Neuer Aufruf der bildungsforschung: Religion als formative Funktion für Bildung

logo_neu1Noch bis zum 1.8. werden Beiträge zum nächsten Schwerpunkt der bildungsforschung “Medien statt Gedächtnis – Medien als Gedächtnis? Zum Verhältnis von Informationsträgern und Wissen” (hrsg. von Rudolf Kammerl & Julia Schütz) angenommen.

Jetzt ist auch der Aufruf für die Ausgabe 1 (2010) online: PD Dr. Dr. Elisabeth Zwick bittet um Beiträge (Abgabe 1.12.2009) zum Thema “Religion als formative Funktion für Bildung”:

Es steht inzwischen außer Frage, dass Religionen nicht nur als institutionalisierte Orientierungsmuster und als in sich geschlossene, weitgehend im Privaten situierte Sinnsysteme betrachtet werden können, sondern angesichts ihrer konstitutiven Funktion für die Bildung kollektiver Mentalitäten soziale, politische und kulturelle Produktivkraft haben. Max Webers Analysen zur Wirtschaftethik der Weltreligionen sprechen in diesem Kontext nicht minder für sich als die in allen Kulturwissenschaften seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts geführte Diskussion über den Zusammenhang von Religion und Kultur. Dies wie auch die in vielen Schattierungen auftretende Renaissance religiöser Bewegungen und die mit höchst unterschiedlichen Chancen und Problemen verbundenen Begegnungen der Religionen in einer multikulturellen Gesellschaft und globalisierten Welt fordern auch die Bildungsforschung auf, sich genauer mit Religionen zu befassen. Welche Bedeutung kommt Religionen als Deutungscode und Deutungskultur zu? Welche Konsequenzen hat die Deutungsfunktion von Religionen für gesellschaftliche, soziale und politische Prozesse, für Lebensentwürfe sowie Sozialisations- und Bildungsprozesse? Religion als formative Funktion für Bildung zu verstehen bedeutet konsequenterweise nicht, Religionen pädagogisch zu funktionalisieren und sie – wie es im Zuge der Aufklärung geschah – auf einen moralisierenden Zeigefinger und auf ein pädagogisches Hilfs- und Drohmittel zu reduzieren. Zu diskutieren ist vielmehr, um nur einige Beispiel zu nennen, auf welche Weise Religionen für Individuen und Gesellschaften identitätsstiftend wirken und damit auch politisch wirksam werden können, in welcher Form Religionen formal und inhaltlich das Verständnis und die Konzeption von Bildung prägten und prägen, nach welchen Kriterien der Einfluss von Religionen auf dem Bildungssektor bewertet werden kann oder wie problematische Entwicklungen – erinnert sie nur an Entwicklungen im amerikanischen Schulwesen – erkannt werden können. [...] Da die Breite des Spektrums der formativen Funktion von Religion historische, systematische und interdisziplinäre Reflexionen erfordert, werden für das Themenheft 1/2010 „Religion als formative Funktion für Bildung“ Beiträge verschiedener Disziplinen erwünscht.

(zum Call for Papers)

About these ads

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 1.100 Followern an

%d Bloggern gefällt das: