Nutzung von IT in deutschen und österreichischen Schulen – eher mau #schoolnet #international

In einer großen vergleichenden Studie hat das European Schoolnet (2013) Daten von 31 europäischen Staaten zum Zugang zu, zur Nutzung von, zur Kompetenz von und Einstellungen zu IT von Schüler/innen und Lehrer/innen verglichen. Und es ist schon spannend – und ich kenne keine Hintergründe dafür: Die Daten von Deutschland fehlen.

Aber ich bin mir sicher: Deutschland würde wohl schlecht abschneiden. Vielleicht gab es daher keine Daten für die Studie … In der Wahrnehmung von vielen liegt die Aktivität in Österreich rund um IT in der Schule deutlich über den Aktivitäten in DE (zumindest höre ich das immer wieder auf Konferenzen, ohne dazu konkrete Zahlen zu kennen). Und auch Österreich schneidet in der Studie reichlich schlecht ab.

Als Magentratzerl für alle, ein paar Hinweise und Beispiele:

Die folgende Abbildung zeigt das Ranking der Anteile von Schüler/innen in Jahrgangsstufe 4, bei denen in den letzten 12 Monaten IT eingesetzt wurde und angeben wurde, dass es mindestens in einer von vier Unterrichtsstunden passiert. Dabei liegt hier Österreich im europäischen Vergleich deutlich im hinteren Feld.

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Quelle: Anteil der Schüler/innen, bei denen in der Schulstufe 4 in mehr als einer von vier Unterrichtsstunden IT eingesetzt wurde.European Schoolnet, 2013, Fig. 2.2b, S. 57.

Vermutlich liegt das an der Ausstattung. Während interaktive Whiteboards hierzulande eher noch selten sind, stehen sie anderenorts z.B. anscheinend in (fast) jedem Klassenzimmer:

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Abbildung 6: Anzahl der Schüler/innen je interaktivem Whiteboard je Schule in der Schulstufe 11, 2011-12. Quelle: European Schoolnet, 2013, Fig. 1.5c, S. 19.

Für mich waren diese doch drastischen Unterschiede (auch andere!) überraschend. Also SOO krass hatte ich sie nicht erwartet. Es wird wohl an der Zeit, dass sich der Horizont der Bildungspolitiker hier ein bisschen weitet: Der Maßstab kann nicht das deutschsprachige Europa sein. Da gibt es reichlich aufzuholen, wenn man IT in Schulen wirklich ernst nimmt als ein Maßstab für zukünftige Wettbewerbsfähigkeit einer Gesellschaft. (In Deutschland muss man ja schon dankbar sein, wenn es im Klassenzimmer farbige Kreiden gibt.)

Wer mehr dazu erfahren will:

Erschienen: Stellungnahme des Praxis-Blog für die Arbeitsgruppe KMK/BMBF zu „Open Educational Resources” (OER)

Per E-Mail kam eine Anfrage an die Redaktion des Medienpädagogik Praxis-Blog, einen Fragebogen für eine “schriftliche Anhörung von Experten und Institutionen” für die Arbeitsgruppe “Open Educational Resources (OER) von KMK und BMBF durchzuführen.

Natürlich sind wir diesem Aufruf gerne gefolgt! Wie Leonhard Dobusch von Netzpolitik.org möchten wir unsere Stellungnahme auch gleich öffentlich machen. Übrigens ist dies nicht die erste – sondern bereits eine zweite Anhörung, eine erste Runde fand im Jahr 2012 statt. Die Stellungnahme des Praxis-Blog findet ihr ab heute hier:

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Browsing the book “Cool tools. A catalogue of possibilities” – a short review

I bought a small staple of book around the “MAKER MOVEMENT” – and now start to present them in my Weblog. The start is the book “Cool Tools. A catalogue of Possibilities”. It is of impressive format, full of fascinating tools, but everything is available online, too. But if you like to have a heavy weight present for a Maker in your family (who is able to read English), this is the right present. Of course, this includes a long list of products that can be bought – but the descriptions and selections are worth it (in a way it reminds me of the German MANUFACTUM book, with other products and focus).

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The description of the book is correct ;) -

Cool Tools is a highly curated selection of the best tools available for individuals and small groups. Tools include hand tools, maps, how-to books, vehicles, software, specialized devices, gizmos, websites — and anything useful. Tools are selected and presented in the book if they are the best of kind, the cheapest, or the only thing available that will do the job. This is an oversized book which reviews over 1,500 different tools, explaining why each one is great, and what its benefits are. Indirectly the book illuminates the possibilities contained in such tools and the whole catalog serves an education outside the classroom. The content in this book was derived from ten years of user reviews published at the Cool Tools website, cool-tools.org.

Some pics are of very bad resolution, and do not ask me what topic is not within the book. I think the whole world is mentioned there, in a way.

P.S. If you want to buy it via Amazon it would be nice to boost the nonprofit BIMS e.V., dealing with open educational resources (just click https://www.boost-project.com/de/shops?charity_id=2111&tag=bl – no extra costs for you!)

Simple tool for simpler English: Hemingwayapp.com

I just developed an eLearning module for non-native learners. As I am not a native, my English is not fluent or perfect, but as researcher and German I tend to argue too complex (this is an euphemistic description for long sentences). Luckily, I read Wolfgang Reinhardt’s post (I guess it was FB) about hemingwayapp.com. Wow, this tools helps. For my English texts in simple English, I will forget about “nevertheless” and take “thus” instead of “therefore”. :)

My draft:

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My changes:

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Nice! Thanks!

Spionageabwehr und Aufklärung für Kinder und Jugendliche ist schon wieder vergriffen – Ohne große Worte

Ende Januar wurden Aufkleber für Webcam vom BMFSFJ zur Verfügung gestellt. Die sind für Kinder gedacht und sollen sie vor möglicher unbefugter Beobachtung via Webcam schützen. (Das könnte man jetzt ausgiebig kommentieren, vor allem im Vergleich mit den Aktivitäten anderer zuständiger Stellen).

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Die habe ich mir dann gleich mal bestellt (Ende Februar):

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Und nun erhalte ich diese Post. Auch das könnte man ellenlang kommentieren. Ich wunder mich jetzt einfach mal ausgiebig.

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Aktuell ist anders: Über Fehlerkorrekturen bei deutschen Biologiebüchern

Im Rahmen der Evaluation des Schulbuch-O-Mat-Projekts sind wir auch auf eine Untersuchung von Stiftung Warentest gestoßen, die vor einigen Jahren (2007) die Qualität von Schulbüchern zumindest zum Teil bemängelt hat. Weil es so schön passte, haben wir einfach mal nachgeschaut, ob die deutschen Schulbücher aus dem Fach Biologie, denn seit dem Test neu aufgelegt wurden. Das Ergebnis: Nein. Bei österr. Schulbüchern ist das anders, die werden regelmäßig neu aufgelegt, aber da erhalten die Schüler/innen in der Regel auch “persönliche Exemplare” und die Schulbuchverlage bemühen sich dabei natürlich um aktuelle Bücher. Aber am besten ist es wohl mit der Fehleraktualisierung bei OER-Material: Das lässt sich relativ schnell ausbessern. Wer also einen Fehler im Schulbuch-O-Mat-Biologiebuch findet: Bitte einfach bei der Redaktion melden, dann ist der Fehler Geschichte. Bei den herkömmlichen deutschen Schulbüchern scheint der Brief an den Schulbuchverlag jedoch eher ein Fall für den Mülleimer zu sein.

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Mehr hier: Martin Ebner, Martin Schön, Sandra Schön und Gernot Vlaj (Januar 2014). Die Entstehung des ersten offenen Biologieschulbuchs: Evaluation des Projekts “Schulbuch-O-Mat”, Diskussion und Empfehlungen für offene Schulbücher. Band 6 der Reihe “Beiträge zu offenen Bildungsressourcen”, herausgegeben von Ebner, Martin & Schön, Sandra (Hrsg.) Book on Demand, Norderstedt, ISBN 978-3-7322-9199-1, [Verlag] bzw. frei zugänglich unter http://o3r.eu, (S. 37)

Mein erster MOOC als Nur-Teilnehmerin: Ich bin ein Drop-Out :o(

Ich war allerbester Dinge für die Teilnahme beim MOOC Design 1o1 bei iversity – Schließlich hatte ich sogar das offizielle Okay, den MOOC rund um Design als Weiterbildung zumindest zum Teil in meiner Arbeitszeit bei Salzburg Research zu erledigen. Und natürlich wollte ich auch deswegen da ganze straight durchziehen. Wer mein Leben kennt, weiß, dass es trotz bester Vorsätze eh schon vieles zu tun gibt. Dann gab es im MOOC, bei dem es eben auch 1o1 Aufgaben gab, eine Woche “Pause”, damit alle mal nachholen können, was liegen geblieben war. Bei mir war nichts liegen geblieben und damit war erst mal bei mir auch  “die Luft raus” – ich habe die eine Woche nämlich schamlos ausgenutzt und dann waren die täglichen (!!) 60 Minuten bei mir einfach nicht mehr “drin”. Viel zu tun in der Arbeit und fit auch niemand zu Hause – anfangs dachte ich noch es nachholen zu können. So bin ich nun leider ein Drop-Out.

Ich weiß nicht, ob der Kurs an sich was “dafür kann”. Das ganze überschwängliche “Kiss-kiss good bye! LOVE!” ist zwar in der Form nicht ganz so meines, aber es hat einfach alles, die tollen (!) Kursunterlagen und täglichen Aufgabenstellungen des MOOCs wirklich rund gemacht. Ich habe inhaltliches gelernt, und auch einiges erlebt, v.a. rund um Kurskommunikation und natürlich: Iversity hatte da während der ersten Kurswochen und wohl auch weiterhin noch einiges zum Nachbessern. Facebook als alternative Plattform, das unglaubliche nette Kommunikationsverhalten der Kursleitung und der Teilnehmer/innen (so ein Kommunikationsstil kann man nämlich durchaus blöd finden, aber nette Kommunikation überträgt sich halt auf alle und schreckt auch Herumblöcker ab) war da einfach eine Klasse Alternative – und auch nach Kursabbruch habe ich dort immer wieder geschaut, was die Kollegen so machen.

Und ganz umsonst war es ja auch nicht – immerhin hat es zu einem knappen Drittel von Design 1o1 gereicht (zum Album bei FlickR) – d.h. ich habe mich auch rund 30 Stunden mit dem Thema Design und MOOC beschäftigt. Da muss ich wohl auch was gelernt haben :o)

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Gelesen: Interface Design for Learning (Dorian Peters)

Gleich vorneweg: Wie glücklich dieses Buch jemanden macht, der Multimedia-Development mit einer klassisch-kognitionspsychologischen Komponente studiert hat oder auch Informatiker mit einer HCI-Ausbildung, weiß ich nicht.

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Mich (klassisches pädagogisches allgemeines Hochschulstudium, Nebenfach Informatik, aber mit Vertiefung in Datenbanken) macht es glücklich, weil ich hier konkrete Antworten erhalte auf die Fragen, die mir mir bei den beiden in den letzten Wochen vorgestellten E-Learning-Entwicklungshilfen (günstig und  randvoll mit allen Basics, aber häßlich und oft zu kurz, in der Summe keine Empfehlung hier bzw. für alle die E-Learning in Unternehmen anbieten oder entwickeln eine Empfehlung hier) und auch bei vielen deutschsprachigen E-Learning-Handbüchern (davon stehen ja auch ein paar in meinem Regal …) nicht beantwortet werden. Und es macht mich auch glücklich, ich gebe es ja zu, weil auf  Dinge hingewiesen werden, die ich beispielsweise im Buch über Anreizsysteme (auch) beschreibe, dass es beim kooperativen Lernen z.B. auch Möglichkeiten geben sein muss, sich als Person vorzustellen – zum Beispiel in einem persönlichen Profil und dass man “erleben” muss, dass auch andere da sind (z.B. mit: wer von meinen Kontakten ist gerade online). Es geht eben nicht nur darum, kooperative Aufgaben zu stellen – das ganze drumherum (Design, Technik, HCI) muss auch passen – also stimmig sein.

Hach, der Dorian Peters (ja sie ist eine Frau!) ist es einfach gut gelungen das Buch. Übrigens auch da, wo sie ganz non-chalant in Lerntheorien einführt. Ich mag es! Danke!

Gelesen: The Really Useful eLearning Instruction Manual (Rob Hubbard)

Ich geb es ja gleich zu: Das Cover hat mich angesprochen. Auch wenn mich beim genaueren Hinsehen ein Tool immer noch zum Grübeln bringt: Was um Himmels Willen ist das Gerät mit dem grünen Kasten? Und auch vorneweg meine größte Kritik am Buch: Das Design im Buch ist okay, aber meine Hoffnung auf ein Buch mit netten ergänzenden Illustrationen im Stil von Sketchnotes war es dann doch nicht – nur die Titelseite der einzelnen Kapitel ist im Stil des Covers und das Buch ist ansonsten okay layoutiert, – aber nicht das erwartete/erwünschte Highlight.

hubbard

Dann die zweite Überraschung, diesmal eine “neutrale”: Das Buch fokussiert auf E-Learning in Unternehmen bzw. betriebliche Weiterbildung. Das beinhaltet auch Ausführungen dazu, wie man E-Learning gut verkauft. (Aber ist ein Hinweis für alle die hier aktiv sind: Besorgen, ich bin mir sicher, das Buch macht Euch glücklich!)

Dann die dritte, positive Überraschung: Jedes Kapitel ist zackig, nach dem immer gleichen Muster von wirklichen Experten (Clive Sheperd, Laura Overton, Jane Hart u.a.), die auch hier und da beschreiben, welche Ideen gelangen (oder sich auch nicht beim Kunden durchsetzen konnten, aber eigentlich – natürlich ;) – super sind). Das überraschende: Die Stichworte Behaviorismus, Konstruktivsmus und Co. fehlen völlig (ich habe etwas ungläubig im Glossar geblättert, ist aber so). Es wird anhand von Entwicklerprinzipien gezeigt, was gut ist und funktioniert – mit Herz, Kopf und Hand frei nach Pestalozzi. Sag ich jetzt mal als Pädagogin – und ehrlich: Die psychologischen Lerntheorien vermisse ich auch nicht.

Die Überschrift “The Really Useful eLearning Instruction Manual” hängt die Erwartungen hoch, erfüllte sie bei mir in der Form nicht 100% aber inhaltlich: Erfrischend! – und wie gesagt, für alle zu empfehlen, die E-Learning in und für Unternehmen machen oder anbieten. Für alle, die etwas zur Gestaltung von E-Learning an Hochschulen oder gar Schulen suchen: Hm, da ist nicht vieles für Euch dabei. Und der Verkäufer- und Gurustil gefällt wohl auch nicht jedem.

Was mir fehlt: Ausführungen zur Gestaltungen von Grafiken, Visuellem etc. etc – aber hey, zu User Interfaces kommt dann nächste Woche eine Buchempfehlung :-D

 

Today: The day we fight back

Today is “the day we fight back”! Hope a lot of organisations and people take part!

Together we will push back against powers that seek to observe, collect, and analyze our every digital action. Together, we will make it clear that such behavior is not compatible with democratic governance.
Together, if we persist, we will win this fight.

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P.S. Gleichzeitig ist heute auch Safer Internet Day 2014!

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