Finanzen und OER – ein paar Gedanken #COER13

In der aktuellen COER13-Debatte dreht es sich um Geld und Wert von OER. Darum, das es viele Kosten bei OER “eh da” sind  (danke dafür an Sonja Gerber!) zumindest wenn man in der Lehre tätig ist. Wie und mit welchen man Erfahrungen Teile der zusätzlichen Kosten versucht zu decken. Ich habe mir zusammen mit Martin Ebner, Conrad Lienhardt und auch anderen ja oft und viele Gedanken rund um Finanzierung und Wert von OER gemacht, probiere auch etliches aus … und ich dachte, ich könnte in den zwei Wochen dieses COER13-Einheit die Gedanken doch noch mal mehr strukturieren. Irgendwie klappt’s nicht. :)

Ich möchte daher nun im Rahmen von COER13 einfach stichpunktartig einige Dinge “loswerden” – aus meiner “privaten” Sicht.

  • OER kann man aus meiner Sicht (derzeit) nur dann wirklich kostendeckend machen, wenn man geschickt ist und öffentliche Fonds entsprechend kreativ nutzt. Es ist zum Beispiel nicht verboten, im Rahmen von Lifelong-Learning-Projekten der Europäischen Kommission oder der DFG OER zu produzieren. Im Gegenteil, bei “Nachhaltigkeit” und “Impact” kann das entscheidende Punkte bringen.
  • Warum mach ich eigentlich OER (und Open Access)?  Vor allem: Warum verwende ich so viel meiner Freizeit rund um das Thema OER? Vieles fällt mir dabei ein: Weil ich die Welt verbessern kann, weil ich mich dabei als effektiv erlebe, weil es mich herausfordert, weil es nie langweilig ist, weil ich kreativ sein kann, weil ich hier “die Welt” – vielleicht auch “meine Welt” –  mit neu erfinden und gestalten kann, weil ich erlebe, dass OER vorankommt, es “etwas bringt”. Immerhin gibt es in den Ministerien Anhörungen zu OER, bald die zweite Ausgabe von L3T, COER13 und auch die erste OER-Konferenz in Deutschland. Da habe ich (nicht überall) aktiv mitgewirkt, aber ich bin ein Teil davon. Das fühlt sich gut an! Ich könnte natürlich schreiben: Besonders gut fühlt es sich an, wenn man “Geld damit verdient”. Ich werde Euch die Frage dann beantworten, falls das mal der Fall ist :D
  • Geld ist ein absolut heikles Thema, vor allem bei OER: Man dürfe ja wohl nichts verlangen oder Geld thematisieren, alles muss umsonst sein, v.a. Bildung?! Aus meiner Sicht: nein! Wir machen uns damit (auch) unseren eigenen Markt kaputt. Bildung ist etwas wert, und jemand (die Frage ist für mich: wer, und nicht was) muss auch dafür zahlen. Auch daher thematisiere ich finanzielle Aspekte. Und ich krieg jedesmal einen dicken Hals (mir ist es schon öfter passiert!!) dass mir jemand sagt: Ihr mit Eurer OER-Forderung! Ihr macht mir mein Geschäft kaputt! Ich bin Lehrbuch-Autor! – Unsere Versuche und Bestrebungen OER zu entwickeln, oft mit wenig Budget, sollen nicht zeigen, dass man mit wenig Geld Werte schaffen kann, sondern vor allem: Dass OER hilfreich sind, nachgefragt werden, dass es wichtig ist hier zu INVESTIEREN, dass es Mehrwerte gibt bei OER die sonst fehlen, dass man Bildung so erreichbarer(er) machen kann. OER muss bezahlt werden, nur im kleinen und bei den ersten Initiativen kann es ohne oder mit wenig Geld funktionieren.
  • Reputation statt Geld? Was bringt mir es eigentlich persönlich, OER zu erstellen? Klar, in diesem Thema bin ich “nachgefragt”, quatsche öfter auf Konferenzen oder Mikrofonen als mir das eigentlich lieb ist. Das liegt aber eher daran, dass OER gerade auch “hipp” ist als dass ich OER mache. Hat mir das OER machen sonst was gebracht? Klar, mit L3T verknüpft, werde ich hier immer häufiger zitiert. Bringt aber nix, zumindest wissenschaftlich nichts, zumal ich auch nicht vorhabe, mich akademisch weiterzuentwickeln – und bei einer Berufungskommission ist es wohl eher peinlich auf ein Lehrbuch hinzuweisen statt auf grandiose Forschung. Aber: Ich bin immer wieder, und mir kommt es vor, immer öfter, für Vorträge gebucht worden, weil ich Folien bei Slideshare online habe und/oder weil man sich ein Bild von meiner Arbeit in meinem Weblog machen konnte – davon werde ich nicht reich, aber es Zubrot und auch eine Form von Anerkennung (Ich frag immer nach, wie man auf mich kommt, und es ist erstaunlich wie häufig ich höre: “gegoogelt”). Ich habe umgekehrt nie erfahren oder erlebt, dass jemand mit “meinen Folien” oder “meinen Materialien” aufgetreten ist oder mir hier umgekehrt durch das Teilen etwas fehlen würde.

Nachlese: SNML-Talk

So, nun ist auch per Pressemitteilung nachzulesen und anzuschauen, was beim SNML-Talk zu Reputationsystemen letzte Woche gesprochen wurde. Mehr dazu auch auf der Website des SNML bzw. meine Unterlagen im Weblog.

Und noch ein Bild der Referent/innen: Die Vortragenden des SNML-Talks am 7. Oktober 2010 im bfi Salzburg (v.l.n.r.): Michael Mrazek (ncm.at), Dr. Sandra Schaffert (Salzburg Research), Gabriela Brandner (match group), Mag. Daniela Feuersinger (echonet communication), Christoph Breitler (Wikipedia) und DI Georg Güntner (Salzburg NewMediaLab) (Bild: Salzburg Research)

Einladung zum SNML-Talk zu Reputation (7.10.2010)

Freu mich, Euch zu treffen … wir stellen u.a. die Reputations-Studie vor (online zugänglich!) :

Vortrag: Wie gut bin ich?

Die EduMedia-Konferenz ist am Laufen … heute stellen meine Kollegin Diana Wieden-Bischof und ich ein paar Aspekte aus unserer Studie zu Reputationssystemen vor [Post über unseren Artikel]

  • Schaffert, Sandra & Wieden-Bischof, Diana (2010). Wie gut bin ich? – Reputationssysteme im Web. Vortrag auf der EduMedia Tagung 2010, “Die lernende Organisation. Vom Web-2.0-Solisten zur Web-2.0-Jazzband” 23.6.2010, Salzburg.

Veröffentlicht: Wie gut bin ich? – Reputationssysteme im Web

Das Buch zur 6. EduMedia-Tagung ist im (Online-) Buchhandel erhältlich. Darin erschienen ist auch ein Beitrag  – zu dem wir auch auf der Tagung vortragen werden – mit dem Titel “Wie gut bin ich? – Reputationssysteme im Web“, der wesentliche Ergebnisse unserer Studie zu Reputationssystemen (die komplett frei im Web zugänglich ist!) enthält. Auch die weiteren Beiträge behandeln das Tagungsthema: “Die lernende Organisation 2.0. Vom Web-2.0-Solisten zur Web-2.0-Jazzband”.

  • Schaffert, Sandra; Lassnig, Markus & Wieden-Bischof, Diana (2010). Wie gut bin ich? – Reputationssysteme im Web. In: V. Hornung-Prähauser & M. Luckmann (Hrsg.), Die lernende Organisation. Vom Web-2.0-Solisten zur Web-2.0-Jazzband, Salzburg: Salzburg Research, S. 91-106.

Jetzt neu: Alle Bänder der Social-Media-Reihe frei im Web!

Es ist so weit: Alle Bände der Social-Media Reihe (hrsg. von Georg Güntner und Sebastian Schaffert) sind nun frei zugänglich im Web und können beispielsweise in Seminaren eingesetzt werden …. Sie sind nun alle unter dem neuen Account des Salzburg NewMediaLab bei Scribd und Slideshare eingestellt und mit einer Creative Commons Lizenz versehen: Jeder darf die Bücher nun also nach Gusto ausdrucken, im Seminar einsetzen, in die Homepage einbinden, auf den eigenen Rechnern speichern …  Klar, wer lieber eine schöne gedruckte Version in den Händen halten will: Auch im Buchhandel sind die Bände weiterhin erhältlich!

  • Schaffert, Sandra & Wieden-Bischof, Diana (2009). Erfolgreicher Aufbau von Online-Communitys. Konzepte, Szenarien und Handlungsempfehlungen. Erschienen in der Reihe “Social Media”, hrsg. von Georg Güntner und Sebastian Schaffert, Band 1. Salzburg: Salzburg Research.  (ISBN  978-3-902448-13-2)
  • Schaffert, Sandra; Eder, Julia; Hilzensauer, Wolf, Kurz, Thomas; Markus, Mark; Schaffert, Sebastian; Westenthaler, Rupert & Wieden-Bischof, Diana (2009). (Meta-) Informationen von Communitys und Netzwerken. Entstehung und Nutzungsmöglichkeiten. Erschienen in der Reihe „Social Media“, hrsg. von Georg Güntner und Sebastian Schaffert, Band 2.  Salzburg: Salzburg Research. (ISBN 978-3-902448-15-6)
  • Schaffert, Sandra; Bürger, Tobias; Hilzensauer, Wolf; Schneider, Cornelia & Wieden-Bischof, Diana (2010). Empfehlungen im Web. Konzepte und Realisierungen. Band 3 der Reihe „Social Media“ (hrsg. von Georg Güntner und Sebastian Schaffert), Salzburg: Salzburg Research. (ISBN 978-3-902448-16-3)
  • Schaffert, Sandra; Güntner, Georg; Lassnig, Markus & Wieden-Bischof, Diana (2010). Reputation und Feedback im Web. Einsatzgebiete und Beispiele. Band 4 der Reihe „Social Media“ (hrsg. von Georg Güntner und Sebastian Schaffert), Salzburg: Salzburg Research. (ISBN 978-3-902448-17-0)

Spuren im Web – Reputation und Webmonitoring

Aufbauend auf den Ergebnissen unserer Veröffentlichungen zur Reputationssystemen, (Meta-) Informationen und Webmonitoring halte ich heute einen Vortrag im Rahmen der Vorlesung “Gesellschaftliche Aspekte der Informationstechnologie” an der TU Graz. Ab heute (5.5.2010)  ca. 16.15 Uhr ist das ganze auch live gestreamt [Streamingserver]. Nach mir trägt Martin Ebner zu “e-Learning X.0″ vor.

Weitere Vorträge/Abstracts der Vorlesung findet man hier auf der Vorlesungshomepage.

Zum Schnuppern die Präsentation schon im Voraus bzw. zum Nachblättern:

  • Schaffert, Sandra (2010). Spuren im Web – Reputation und Webmonitoring. Vortrag im Rahmen der Vorlesung “Gesellschaftliche Aspekte der Informationstechnologie” an der TU Graz, 5. Mai 2010. [zur Präsentation]
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