Der Sexspielzeug-Effekt (?)

Webmonitoring bewegt mich ja immer mal wieder. Mit dem Tool „Google Insights for Search“ kann man beispielsweise verfolgen, welche Begriffe bei der Suchmaschine Google eingegeben werden.

Da sieht man dann zum Beispiel, dass regelmäßig vor Weihnachten mehr Nachfrage nach Krawatten und Dessous besteht und man kann mit Hilfe der Suchanfragen auch Grippe-Epidemien verfolgen.

In den Wirtschaftswissenschaften gibt einen Effekt, den man „Lipstick-Effekt“ nennt: In Zeiten von Wirtschaftskrisen steigt die Nachfrage nach vergleichsweise billige Modeartikeln (und auch zu kräftigen Lippenstiftfarben) um „günstig“ Akzente setzen zu können. Zumindest so die Theorie. Auch der Lipstick-Effekt lässt sich anscheinend wunderbar bei Google Insights for Search nachlesen:

Und jetzt wird es ein bisschen schräg. Auch bei „Sexspielzeug“ gibt es einen ganz ähnlichen, leicht zeitlich versetzten Ausreißer:

So. Jetzt war ich natürlich neugierig: Gibt es dafür eine Erklärung? Was war in den letzten Jahren los?  Probehalber habe ich Begriffe eingeben, die ebenso auf eine Veränderung des Sexualverhalttens in Zeiten wirtschaftlicher Depresseion hindeuten könnten – Begriffe wie „swingerclub“ hatten aber keinen ähnlichen Ausschlag. Ob das so sein könnte, dass es in wirtschaftlichen Krisenzeiten verstärkte Nachfrage nach Sexspielzeug gibt?

… beim Rumspielen ist aufgefallen, dass der „Lipstick“-Effekt nur auf Englisch geht: Es gibt keinen Lippenstift-Effekt. Und ich hab dann auch eine wunderbare Erklärung gefunden, warum das so ist: Der Lipstick-Effekt ist ein „Lipstick Jungle“-Effekt: eine Fernsehserie! – Tatsächlich erklärt sich der Ausreisser auch auch gut damit:


Die These, dass es einen – durch eine wirtschaftliche Depression erfolgten „Sexspielzeug-Effekt“ gibt geriet auf einmal auch schwer ins Wanken – aber eine gute Erklärung fehlte, was da passiert ist. Und dann ist mir eingefallen – es wurde auch höchste Zeit! – das man bei Google Insights for Search auch Nachrichten einblenden kann, und da kam dann die Meldung von einem amüsanten Diebstahl von Sexspielzeug. Leider geht der Zeitraum z.B. bei Blogpulse.com nicht soweit zurück um nachvollziehen zu können, dass es hier wirklich um diesen Diebstahl geht. Zu denken gibt aber, dass es keinen Ausschlag bei „Sex Toys“ gibt …

Vielleicht hat ja der ein oder die andere Lust, weiter zu recherchieren – ich mach mir jetzt mal einen Kaffee 😉

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