Ein Rundumschlag auf der re:publica: Elternrevolte der Häuslers – Ihr sprecht mir aus der Seele!

In der Facebook-Gruppe „Medienpädagogik“ bin ich über den Auftritt der Häuslers (Netzgemüse) bei der re:publica 13 gestolpert und habe mich sehr darüber gefreut. In Poetry-Slam-Manier schimpfen die beiden über Familienpolitik, über den Umgang mit der Jugend und ihrem Kommunikationsmedium. Es ist vielleicht in der Form nicht Jedermanns Geschmack, aber was mich dann doch sehr gewundert hat, waren die teils sehr despektierlichen Kommentare zu dem Beitrag: Nicht sehr wissenschaftlich! Muss man (immer) wissenschaftlich argumentieren um Ernst genommen zu werden? (und dass, wo eh für alles ein wissenschaftlicher Beleg zu finden ist…!) – Die beiden Häuslers verweisen ja auf die Buchkultur (hihi, merken sie wohl nicht)… aber hallo? Darf man kein Buch mehr lesen oder kennen, bloß weil man nur noch Hotels mit freiem W-Lan bucht?

Aber seht doch mal selbst:

Ihr Text zum nachlesen findet sich auch  hier.

Ja, das sind alles Themen die mich auch bewegen: So weiß ich, dass junge Mütter mit behinderten Kindern heute nicht nur einmal hören „hätte man das nicht vermeiden können?“ (bestimmt zukünftig noch verschärft, seit Anfang des Jahres gibt es auch in D ganz neue Verfahren der Frühdiagnostik!), so habe ich selbst auch mehrmals erlebt, dass der Sportunterricht in der Grundschule entfallen ist, weil die Kinder zu laut und unruhig waren (O-Ton: „Fingersport statt Sport“). Ich weiß, wie es sich anfühlt, auf Kinderbetreuungseinrichtungen angewiesen zu sein, aber das Gefühl zu haben, dass diese nicht ganz auf der Höhe der Zeit sind (Stichwort: Buchstabenverbot im Kindergarten), ich weiß, dass ein normales Einkommen und normale Arbeitssituationen nicht reichen, um Kinder groß zu ziehen und ich erlebe täglich, dass „normale“ Eltern, „normale Lehrer/innen“, die „normalen“ Leute Angst vor dem Medium der Jugend haben (in unserer Schule hat ein Polizist vor zwei Wochen über die Gefahren des Internets aufgeklärt: Bei Facebook kann man Drogen kaufen!), ich weiss, wieviel Quatsch das G8 in die Köpfe der Kinder zu pauken versucht und wieviel Druck es bedeutet, und ja, dass Jugend nicht verstanden wird ist normal, aber noch nie standen ihr so viele Leute ohne Kinder im Haushalt und Alte gegenüber wie heute, und stimmen auch über sie und ihre Möglichkeiten ab (ja, ich bin auch dafür, dass Kinder (früher) wählen dürfen und/oder Eltern entsprechend mehr Stimmen erhalten!) Die Realität ist leider nicht auf der Höhe der Forschung, der Medienpädagogik … ! Also, liebe Häuslers: Danke fürs Schimpfen und Teilen! Recht habt Ihr!

Zu guter letzt noch Anschauungsmaterial zum Umgang mit dem Internet einer „normalen“ Schule: Und nein, es ist nicht ein Vortrag von vielen, es ist die meines Wissens einzige „medienpädagogische“ Veranstaltung im gesamten Schuljahr. Und DAS ist halt der Alltag, und nicht unsere medienpädagogischen Wunschvorstellungen, Leuchtturmprojekte, gesellschaftlichen Utopien sowie didaktischen Wunderwelten.

Foto

… und auch deshalb würden wir gerne nach dem COER13 in diesem Jahr im Jahr 2014 L3T’s MOOC machen!

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