Mein österreichisches Lieblingswort der Woche: Benützer #lieblingswort

Während „benützen“ und „benutzen“ für mich manchmal einen semantischen Unterschied ausmacht, scheint das bei den österreichischen KollegInnen nicht ganz der Fall zu sein, zumindest nicht, wenn es um Benutzer bzw. Benützer  oder Benutzung bzw. Benützung geht. Tatsächlich gibt’s beides und wird synonym verwendet.

Ich bin das erste Mal darauf aufmerksam geworden als eine Kollegin mehrmals in einem Text vom „Benützer-Interface“ geschrieben hatte. Aber  es gibt auch Benützungs-Ordnungen. Hier ein Zitat aus den Allgemeinen Benützungsbestimmungen der Archive der Arbeiterkammer (Link, Hervorhebung von mir).

Allgemeine Benützungsbestimmungen 
Die Benützung des Archivguts durch Behörden, Ämter und Privatpersonen, kann nur auf schriftlichen Antrag vom Direktor oder in seinem Auftrag vom Archivverantwortlichen genehmigt werden. Die Einsicht in das Archivmaterial erfolgt nach vorheriger telefonischer oder schriftlicher Anmeldung und bei Vorlage eines Lichtbildausweises. Für die Benützung steht ein vom Archiv festgelegter Raum zur Verfügung (derzeit Studienbibliothek der AK in Klagenfurt, Bahnhofplatz 3). Die Benützung des Archivmaterials erfolgt im Beisein einer verantwortlichen Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters der Kammer. Bei Bedarf kann eine fachliche Beratung in Anspruch genommen werden. Eine Entlehnung der Archivalien außer Haus ist nicht möglich. Die Archivalien sind vom Benützer in der ursprünglichen Ordnung und vollständig wieder zurückzugeben. Bei der Behandlung der Archivalien ist größte Sorgfalt anzuwenden. Schriftliche Notizen auf den Materialien sind nicht zulässig. Kopien sind nur dann gestattet, wenn der Zustand der Archivalien dies zulässt. Die Benutzung der Medien ist nur unter Beachtung der jeweils gültigen Bestimmungen des Urheberrechts möglich. Bei Missbrauch und Verstößen gegen diese Bestimmungen kann der Direktor oder in seinem Auftrag der Archivverantwortliche den Ausschluss von der Benützung verfügen.

Beim Recherchieren bin ich darauf gestoßen, dass das „Benützer“ auch in (Teilen) der Schweiz gängig ist. Vielleicht weiß jemand mehr?

 

Folie24

 

 

Anmerkung: Ich wohne und lebe in Bayern, nur 5 km von der Grenze entfernt und viele Worte, die jemanden aus Berlin oder Bremen vielleicht „österreichisch“ vorkommen sind im Bayerischen ebenso oder ähnlich im Gebrauch. Die Worte, die es mir angetan haben und die ich hier vorstelle, werden in der Regel aber nur in Österreich bzw. von Österreichern verwendet und ich finde sie bemerkenswert, mag sie, weil sie lustig klingen, überraschende Bedeutungen haben oder weil ich damit auch besondere Erinnerungen verbinde. Oft wusste ich einfach nicht, was meine österreichischen Freunde und Kollegen meinten – oder von mir wollten. Und ja: sicher gibt es vielleicht auch andere oder „bessere“ Bedeutungen – bitte einfach kommentieren, wenn es nicht (ganz) passt, danke! (Ich bin keine Sprachwissenschaft(l)er/in – und Österreicherin ja (leider) auch nicht!)

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Ein Gedanke zu „Mein österreichisches Lieblingswort der Woche: Benützer #lieblingswort

  1. Liebe Sandra
    Mir ist in der Schweiz das Wort Benützer nicht in Texten begegnet. Es wird teilweise im gesprochenen Schwyzerdütsch verwendet, das aber üblicherweise nicht zu Dokumenten verschriftlicht wird.
    Liebe Grüsse
    Stephan

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