„Künste öffenen Welten“ – Wenn öffentliche Fördergelder prekäre Arbeitsverhältnisse fördern – #sonicht

Ich habe schon vor zwei Jahren einen Antrag für „Künste öffnen Welten“ geschrieben. Damals habe ich vielleicht nicht so genau hingeschaut. Auch dieses Mal habe ich voller Elan eine Idee entwickelt für ein neuartiges, spannendes, auch multimediales Kunstprojekt, das gut nach Reichenhall passen würde. Und blöderweise habe ich auch schon Partner/innen angesprochen und Zeit investiert.

Ja, es werden nur Sachkosten bezahlt, keine Personalkosten. Damit kann man umgehen. Blöd ist dann, dass eigentlich ausschließlich die direkte Arbeit mit Kindern (Workshops und Co.) bzw. die Vorbereitungszeiten finanziert werden. Also keine sonstigen Entwicklungszeiten, Projektbesprechungen oder Zeiten für Evaluationen und Berichte, wie sie  (aus meiner Sicht) ein Modellprojekt auch benötigt, wenn also etwas Neues ausprobiert werden soll. Jetzt wurde es dann schon eng.

Meine Wut war dann aber maßlos, als ich dann ganz konkrete Vorgaben zu den Honoraren fand:

„Im Rahmen von „Künste öffnen Welten“ können Honorare nur stundenbasiert abgerechnet werden. Dabei können je Tätigkeitsstunde (60 min) einer Honorar-Fachkraft maximal 35 Euro abgerechnet werden. Für die Prüfungen dieses Ausgaben-Höchstbetrages wird nicht nur das Honorar selbst herangezogen, sondern auch alle anderen Ausgaben, die sich auf die jeweilige Honorarkraft beziehen (z.B. Fahrtkostenerstattung zum Arbeitsort, Mehrwertsteuer, Zahlungen an die Künstlersozialkasse und Telefonpauschalen). … Ferner müssen je Honorarvertrag mindestens zwei Drittel des Stundenkontingents auf die unmittelbare Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen entfallen. Maximal ein Drittel des Stundenkontingents kann für Vor- und Nachbereitungsarbeiten (…) entfallen.“ (Markierungen von mir)

Und dann noch … spinn ich?

„Als Fachkräfte zählen alle Personen, die eine mindestens dreijährige Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und diese Ausbildung für die jeweilige Tätigkeit benötigen. Die Höchstsätze brauchen aber nicht voll ausgeschöpft werden – vielmehr gehen wir davon aus, dass Sie nicht mehr Honorar in diesem Projekt zahlen als es sonst in Ihrer Einrichtung üblich ist. Auch eine Differenzierung nach Qualifikation ist möglich.“ (Markierungen von mir)

Tja, ein Projektentwurf, der in der Schublade bleibt.

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